Theatergruppe

 

All`s danzt na miene Piep

von Ulla Kling

Das aktuelle Theaterstück der Ottenbütteler Theatergilde verspricht mal ganz was anderes "und passt in unsere Zeit" (Uta Stoldt). Das Versprechen wurde gehalten, unterhaltsam und kurzweilig präsentiert sich die Theatergilde in der Saison 2012!

   

Nur das Privatleben der Männer bleibt Theresa zunächst ein Rätsel. Herr Meyer und !Herr Meier sind keine Brüder, nicht Vater und Sohn, nicht Onkel und Enkel? „Wir sind eher wie Brüderlein und Schwesterlein“, wird sie von Benjamin Meier aufgeklärt und stürzt mit einem lauten „Igittigitt“ in Richtung Tür.

Dann jedoch beginnt der Sinneswandel, denn Theresa hat etwas von einer Modenschau gehört. Nun setzt sie alles daran, zu bleiben, und nach und nach in der Männerwirtschaft das Zepter zu übernehmen. Die Modenschau naht und das Schicksal nimmt seinen Lauf, denn das Modegeschäft der beiden Männer braucht dringend eine starke Hand. So engagiert Theresa kurzerhand ihre Kusine und Friseurin Tina Pichler (Bärbel Schulz), damit diese den Models ein schickes Aussehen verleiht, die bei der anstehenden Modenschau über den roten Teppich laufen sollen.

Mit viel Elan und großem Selbstbewusstsein schafft Theresa Ordnung. Das geht so weit, dass die Direktice Nadja Schramm (Susanne Pohlmann) von deren Tatkraft ziemlich genervt ist. Außerdem ist sie der Meinung, dass sich die neue Putze zu viel herausnimmt.

                         


Nach 2-jähriger Pause hat die Theatergruppe Ottenbüttel ein neues Stück einstudiert, teilweise mit neuer Besetzung feierten die Theoterspeeleers Ende März 2011 mit dem Stück "Wer nich bedrüggt, de ward bedragen" Premiere. Im Anschluss  führten sie das Stück in der Landgaststätte "Stahfast" bisher 4 mal im ausverkauften Saal auf.           

"Wer nich bedrüggt, de ward bedragen"

von Marion Balbach unter der Regie von Silke Weiser

1. Akt

Auftritt von Manni Goldberger (Peter Ralfs), seines Zeichens Geschäftsmann. Er erklärt seinem skeptischen Faktotum Hugo Zerwitzke (Hans Gradert) wie man es schafft, ohne ehrliche Arbeit zu Wohlstand zu gelangen. Da wird jede Gesetzeslücke genutzt, ein Untermieter und ein Pflegebedürftiger erfunden und so mancher Versicherungsbetrug begangen.

                 

Als Lebemann gönnt sich Manni auch noch mehrere Liebschaften und das alles unter den Augen seiner Haushälterin Amanda Murrmann (Christiane Palioudakis), deren Haus er sich auch ergaunert hat. Diese sieht die Zeit für Rache gekommen, als  die betrogene Geliebte Beatrix Niemann (Bärbel Schulz) auf den Plan tritt. Gemeinsam wollen sie Manni und Hugo einen Denkzettel verpassen.

2. Akt

In der Zwischenzeit hat der vermeintliche Landstreicher Clemens Unterdörfel (Norbert Fischer) die Bühne betreten und hilft gerne bei der Aufdeckung der Machenschaften mit.

            

Als angebliche Detektivin lässt sich Amanda von Manni und Hugo Versicherungsschäden zeigen (der neue Mercedes muss deshalb mit der Axt zu einem gemacht werden) und will auch den Schwerstpflegefall und den Studenten sehen. So müssen Hugo und Manni in verschiedene Rollen schlüpfen.

  Der Badegast Franka Romanski (Susanne Pohlmann) hilft auch noch mit, mittels Eispackungen den Pflegefall wieder auf die Beine zu bringen.

3. Akt

                       

Immer mehr verstricken sich Manni und Hugo in ihre Lügengeschichten und Amanda ergaunert sich ihr Haus zurück. Der Badegast entpuppt sich schließlich als echte Detektivin und der Landstreicher will über den Gauner Manni ein Buch schreiben.

 

Die Mitwirkenden

         

Norbert Fischer & Susanne Pohlmann     Bärbel Schulz & Peter Ralfs          Christiane Palioudakis & Hans Gradert

mit Uta Stoldt (Soufleuse)

Die Historie:

Theatergruppe Ottenbüttel:

 

Niederdeutsches Theaterspiel hat in unserem Dorf alte Tradition. Schon unsere Eltern und Großeltern hatten Spaß und Freude am Spiel auf der Bühne. Ihre Aufführungen waren neben Kinderfesten und Ringreiten, Höhepunkte im dörflichen Jahresablauf der damaligen Zeit.

 

Einige Jahre nach dem Krieg hieß es wieder >>Vorhang auf !<< Der alljährlich stattfindende Feuerwehrball war nun die Kulisse für viele erfolgreiche Aufführungen.

 

Nach langer Pause wurde 1978 ein neuer Anfang gemacht. Zum zehnjährigen Gildestiftungsfest im März 1979 fanden die ersten Auftritte statt. Der Einakter >>Uns Moderspraak<< wurde erfolgreich aufgeführt und entfachte damit die dörfliche Theatertradition wieder neu. Viele Ein- und Mehrakter sind seit jener Zeit mit wechselnden Spielern eingeübt und gespielt worden. Der Höhepunkt war das Jahr 1997/98 als der Kreis Steinburg den Kulturförderpreis für den Wettbewerb der plattdeutschen Laienspielgruppen ausschrieb, an dem sich die Theatergruppe unter 17 Gruppen beteiligte. Ottenbüttel schoß den Vogel ab und gewann den Förderpreis mit dem Stück >>De dree Blindgängers<<.

 

Die Theatergruppe der Bürgergilde hat damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der niederdeutschen Sprache geleistet. Mögen sich in Zukunft auch wieder mehr Eltern bereit finden niederdeutsch zu sprechen und ihre Kinder mit der Sprache vertraut machen. Dies wäre ein bedeutender Schritt zum Erhalt unserer Sprache und zum Fortbestand unseres niederdeutschen Theaterspiels sowie für die weitere Existenz der Theatergruppe.